Mantrailing mit Maulkorb - geht das überhaupt?

Mantrailing ist die Suche nach einer versteckten Person anhand deren Individualgeruchs. Der Hund folgt dabei an Geschirr und langer Leine gemeinsam mit seinem Menschen der Geruchsspur. Auch wenn nur der Hund weiß, in welche Richtung die zu suchende Person gegangen ist, so arbeitet er mit Frauchen / Herrchen im Team, wodurch die Bindung zwischen beiden gestärkt wird. Trailen hebt das Selbstvertrauen des Hundes, wodurch es sich gerade für unsichere Fellnasen hervorragend eignet, um sie auch in Alltagssituationen sicherer agieren zu lassen. Ob diese spannende Art der Beschäftigung auch mit Maulkorb möglich ist, erfahrt ihr im folgenden Blog-Artikel.

Wer sein Leben mit einem Hund teilt, der z.B. aus Unsicherheit oder Überforderung in bestimmten Situationen evtl. etwas "überreagieren" könnte, hat sich diese Frage vielleicht schon mal gestellt. Gerade, wenn es um das Thema Auslastung und Beschäftigung geht, ist man in manchen Hundeschulen oder Vereinen nicht so gerne gesehen, wenn der Vierbeiner auch mal Aggressionen gegen Menschen oder Artgenossen zeigt, wenn es ihm zu eng wird und er sich bedrängt fühlt.

 

Beim Mantrailing ist das etwas anders. Es sind während der Suche keine anderen Hunde dabei, denn die warten so lange im Auto. Und sind Menschen das Problem, dann werden diese gebeten, vorübergehend ebenfalls die Fahrzeuge zu hüten. Natürlich trifft man auch unterwegs immer wieder auf Passanten und Artgenossen. Aber das kommt, wenn man das Trailgebiet bzw. die Uhrzeit geschickt wählt, nicht allzu oft vor. Und wenn doch, kann man den Hund auch einfach mit einem Kommando stoppen und warten.

 

Um also nochmals auf die eingangs gestellt Frage, ob man denn mit Maulkorb überhaupt trailen kann, zurückzukommen: Ja, man kann! Und zwar sehr gut! Und es hat folgende Vorteile:

 

1.  Der Hundeführer kann sich sicher sein, dass nichts passieren kann und keiner zu Schaden kommt, sollte sein Hund in eine für ihn schwierige Situation geraten und versuchen, diese durch Einsatz seiner Zähne zu "lösen".

 

2.  Dadurch, dass der Hundeführer eben diese Sicherheit hat, kann er entspannt mit seinem Hund arbeiten. Er kann ihm auf dem Trail genügend Leine und damit den nötigen Raum zum freien arbeiten geben, statt unter Hochspannung hinter ihm herzulaufen und diesen Stress auch noch auf ihn zu übertragen.

 

3. Ein Hund, der unsicher im Umgang mit Menschen ist und deshalb nach vorne gehen könnte, wenn es ihm zu eng wird, kann durch einen Maulkorb gesichert werden. Damit hat dann auch die Versteckperson nichts zu befürchten und kann entspannt in ihrem Versteck auf die Ankunft des Teams warten. So schüttet sie keine Stresshormone aus, die der Hund riechen kann. Und durch das Futter am Ende, das ihm am besten die Versteckperson - vorsichtig und mit langsamen Bewegungen -nach Abnahme des Maulkorbs reicht, lernt er, dass Menschen eigentlich ganz toll sind.

 

4.  Durch das Tragen eines Maulkorbs wird außerdem eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Hund und Halter, zum einen erst möglich, und zum anderen natürlich auch erleichtert. Beide wachsen mehr und mehr zusammen, die Bindung wird gestärkt, es entsteht ein wirkliches Team.

 

5.  Der Hund profitiert extrem vom Trailen, da durch das selbständige Arbeiten und Lösen der Aufgaben auf dem Trail sein Selbstbewusstsein gestärkt wird und er sich dadurch auch im Alltag Dinge zutraut, denen er vorher weiträumig aus dem Weg ging. Dies erleichtert dem Vierbeiner und seinem Menschen das tägliche Leben ungemein.

 

6.  Der Hundehalter ist beeindruckt von dem, was sein Hund auf dem Trail alles leisten kann. Er ist stolz auf seinen Teampartner und ihm wird bewusst, dass dieser nicht nur ein "Problemfall" ist, sondern so viel mehr kann. Auch dadurch verbessert sich das Verhältnis zwischen beiden merklich, da der Hund nun für sein Können geschätzt und bewundert wird.

 

Egal, ob ein Hund in Bezug auf Artgenossen oder Menschen Unsicherheiten und daraus resultierend aggressives Verhalten zeigt oder in ihn überfordernden Situationen sogar gegen den eigenen Hundeführer geht (umgelenkte Aggression), ein Maulkorb kann ein wunderbares Hilfsmittel sein, um dem Hund/Halter-Gespann trotzdem ein entspanntes Trailen zu ermöglichen.

 

Wichtig ist dabei natürlich, dass der Maulkorb wie angegossen passt, dass er nirgends drückt oder scheuert und den Hund nicht bei der Suche stört. Vor dem Training heißt es außerdem, den Vierbeiner auf positive Art und Weise mit seinem Maulkorb bekannt zu machen und ihn daran zu gewöhnen. Wer auf Nummer Sicher gehen will, der bestellt am besten einen maßgefertigten Maulkorb, z.B. einen aus buntem BioThane (aus Erfahrung empfehle ich die Firma BUMAS, www.bumas.de). Das hat den netten Nebeneffekt, dass er nicht so brachial und furchteinflößend aussieht, sondern eben farbenfroh und dadurch netter und positiver. Das kommt bei der Umwelt gut an und auch der Hundeführer fühlt sich damit besser und überträgt natürlich auch dieses Gefühl wieder auf seinen Hund.

 

Wer mit einem Hund zusammen lebt, mit dem er sich seither, aufgrund dessen manchmal schwierigen Verhaltens, noch nicht getraut hat, sich näher mit dem Thema Mantrailing zu beschäftigen, der findet nun vielleicht den Mut und die nötige Sicherheit, dies zu tun. Mantrailing bietet gerade unsicheren Hunden große Chancen, dadurch auch das tägliche Leben besser meistern zu können, was zu einem entspannteren und harmonischeren Miteinander aller führt. Und wie bereits oben erwähnt, es fördert die Bindung, denn der Trail kann nur als Team gelöst werden.

 

Netje vor dem Trail Start

Netje wartet auf den Start des Trails

 

Netje bei der Arbeit auf dem Trail

Netje beim Trailen

 

Am Ziel wird der BUMAS Maulkorb abgenommen, damit die Versteckperson Netje mit einem Leckerli bestätigen kann.

Die Versteckperson bestätigt Netje mit einem Leckerli

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